Gefahren im Internet: Sicheres Surfen für Kinder

Julia
Julia13.01.2017Lesezeit ca. 9 Minuten
Junge sitzt im dunklen Zimmer am Laptop

So toll die Möglichkeiten sind, die das Internet einem bietet, so gefährlich können sie auch sein. Neben der realen Welt müsst ihr euer Kind auch in der Virtuellen schützen. Denn auch hier gibt es einige Tricks, die Pädophile und/ oder Sexualstraftäter nutzen, um an ihre Opfer zu gelangen.

Wo die größten Gefahren für euer Kind im Internet lauern und wie ihr euer Kind davor schützen könnt, ohne strikte Verbote zu erteilen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Schutz vor Pädophilen: Keine Bilder vom Kind ins Internet stellen?

Besonders frisch gebackene Eltern sind super stolz auf ihren kleinen Schatz und möchten am liebsten jeden Lebensabschnitt mit der ganzen Welt teilen. Ob es das erste Bad, die ersten Zähnchen oder die ersten Schritte sind, alle sollen es mitbekommen. Es gibt viele Kritiker, die sagen, man würde den Pädophilen damit frei zugängliches Material zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse bieten. Das Thema ist sehr umstritten, daher muss jeder für sich selbst entscheiden, ob und vor allem, wie viel er von seinem Kind im Internet preisgeben will. Ihr müsst nicht komplett darauf verzichten die Fotos eurer Liebsten zu posten. So könnt ihr zum Beispiel die Fotos nur für eure engsten Freunde sichtbar machen, oder auf das Posten von Nacktbildern eures Kindes verzichten.

Kinderfotos bei Facebook & co.: babymarkt-Eltern diskutieren

Die Facebook-Community von babymarkt.de hat auch fleißig zu diesem Thema kommentiert. Auf die Frage, ob es in Ordnung sei, Bilder seines kleinen Schatzes auf sozialen Netzwerken zu posten, sind sehr viele Meinungen zusammengekommen. Einige Facebooknutzer verneinen diese Frage komplett. Es wird darauf hingewiesen, dass auch ein kleines Kind ein Recht auf Privatsphäre hat. Natürlich ist ein Baby noch nicht dazu in der Lage zu bestimmen, ob es auf Facebook zu sehen sein will oder nicht. Daher gehen einige Eltern auf Nummer sicher, indem sie ganz auf das Posten der Kinderfotos verzichten. Die Gefahr, dass das eigene Kind nicht mit den von sich veröffentlichten Bildern einverstanden ist, wenn es alt genug ist dies beurteilen zu können, besteht natürlich immer. Das sieht auch diese Mutter so:

Das muss jeder selbst entscheiden ob die Kinder Internet gezeigt werden oder nicht. Ich für meinen Teil finde es nicht gut und werde niemals Bilder von meinen Kindern veröffentlichen. Wenn sie älter sind und selbst entscheiden können darüber ist es wieder eine andere Situation.“

Die meisten babymarkt.de Eltern sind aber der Meinung, dass das Posten von Babybildern mit bestimmten Einschränkungen in Ordnung ist. So kann zum Beispiel das Gesicht des Sprösslings unkenntlich gemacht werden. Oder man fotografiert den Liebsten nur von hinten bzw. nur das kleine Händchen oder Füßchen. Viele weisen außerdem darauf hin, dass man bei Facebook die Privatsphäre Einstellungen so gestalten kann, dass nur die engsten Freunde die Fotos des Kindes sehen können.

Soziale Netzwerke sind aber im eigentlichen Sinne dafür gedacht, die schönsten Momente des Lebens mit Freunden und Familie überall auf der Welt zu teilen. Daher ist das eine schöne Möglichkeit den engsten Freunden stolz die Fotos des eigenen Kindes zu zeigen. So sieht das auch diese Mami:

„Ich habe die Privatsphäre entsprechend eingestellt und poste dementsprechend Situationsbezogen. Es gibt für alle auch mal Fotos von hinten oder so. Babyfotos gab es mehr aber nichts “peinliches” ich finde das sich Babys so stark verändern so das ich mir keine Sorgen mach. Profilbilder gibt es trotzdem ich laufe ja auch auf diversen Events mit meiner Tochter rum. Meine Familie wohnt 600 km entfernt da sind Facebook und Whatsapp heutzutage sehr schöne Möglichkeiten schöne Erlebnisse zu teilen.“

Leider sind Babyfotos auf Facebook und Co. noch das geringste Übel, das Kinder im Internet erwartet. Viel gefährlicher für die Kleinen wird es in den verschiedensten Chatforen:

Pädophile in Chatportalen: Die größte Gefahr

In der heutigen Zeit ist es völlig üblich, dass Kinder schon im sehr jungen Alter das Internet erkunden wollen. Großen Spaß macht ihnen dabei besonders das Chatten mit Freunden oder anderen Gleichaltrigen auf verschiedensten Chatportalen, wie Knuddels, Facebook, und viele, viele mehr. So spaßig das Ganze für euer Kind auch ist, es birgt sehr große Gefahren. Denn Straftäter nutzen die Anonymität von Chats, um mit ihren potenziellen Opfern in Kontakt zu treten und deren kindliche Naivität auszunutzen.

So wollen Pädophile Kinder ködern

Einige Pädophile gehen in Chats sehr offensichtlich auf Kinder zu und es vergeht keine lange Gesprächszeit bis Fragen fallen, wie „Weißt du schon was Sex ist?“. Es wird nicht lang drum herum geredet. Der Täter will die eventuelle Neugierde des Kindes bezüglich sexueller Themen ausnutzen und direkt ansprechen. Andere durchdenken ihre Vorgehensweise sehr gut und versuchen eine besondere Beziehung zu dem Kind aufzubauen, die sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken kann. Sie tarnen sich meist als gleichaltriges Kind und versuchen es bewusst in ihre Falle zu locken, indem sie Vertrauen aufbauen. Diese Vorgehensweise von Pädophilen wird „Cyber Grooming“ genannt.

Persönliche Daten und Fotos versenden

Eines der größten Probleme dabei ist die Preisgabe persönlicher Daten durch das Kind. So erzählt es dem potenziellen Täter zum Beispiel unbeschwert auf welche Schule es geht oder sogar, wo es wohnt. Besonders stolz sind die Kinder natürlich, wenn sie behaupten können, dass sie das ganze Haus für sich haben. Auch die Veröffentlichung solcher Informationen kann fatale Folgen haben. Pädophile versuchen in Chatportalen aber auch die Kinder dazu anzuregen, pornografische Bilder von sich zu machen und dem ihnen zu schicken. Diese Fotos werden meist anschließend im Internet verbreitet.

Wie Kinder im Internet schützen?

Sich neben das Kind setzen, während es mit seinen Freunden chattet erscheint die sicherste Methode, um sein Kind vor potenziellen Straftätern zu schützen. Das ist aus zeitlichen Gründen für die meisten Eltern nicht immer möglich und zudem engt ihr euer Kind damit erheblich ein. Schließlich muss euer Kind auch selbst lernen, sicher im Internet zu surfen.

Offene Kommunikation
Sprecht nach der Internetnutzung mit eurem Kind über das Erlebte. Je offener ihr mit eurem Kind redet, desto eher wisst ihr auch, was es im Internet treibt. Fragt gezielt nach mit welchen Freunden genau das Kind gesprochen hat und auch worüber. Offene Kommunikation ist das A und O einer gesunden Beziehung zwischen Eltern und Kind.
Klare Regeln festlegen
Ihr müsst eurem Kind erklären, dass es keine persönlichen Informationen weitergeben darf, auch nicht an den virtuellen „Freund“. Auf vielen sozialen Netzwerken könnt ihr auch einstellen, dass keine fremden Menschen mit eurem Kind in Kontakt treten können. Eurem Kind muss zudem bewusst werden, dass es keine Fotos von sich an Fremde verschicken soll. Unabhängig davon, ob es auf dem Foto Kleidung trägt oder nicht.
Große, unübersichtliche Chats meiden
Es gibt besondere Chatportale für Kinder. In diesen Portalen können die Administratoren der Seite alles einsehen, was von den Chatteilnehmern geschrieben wird. Bei unangemessenen Inhalten oder dem Verdacht auf einen Sexualstraftäter werden die verdächtigen Teilnehmer gelöscht und blockiert. Außerdem sind Chatportale ohne Privatnachrichtenfunktion besser für Kinder geeignet.
Sex nicht als absolutes Tabu-Thema
Ein weiterer Punkt zum Schutz vor Gefahren im Internet, hat mit dem Internet in erster Linie nichts zu tun. Macht euch bewusst, dass Kinder schon früh mit dem Thema Sex in Kontakt treten. Bei Fragen des Kindes bezüglich Sexualität und Sex solltet ihr also eine angemessene Antwort parat haben. Achtet aber darauf, dass ihr dem Alter eures Kindes entsprechend antwortet und überfordert es nicht mit Fachausdrücken oder unangebrachten Details. Schließlich ist es besser ihr beantwortet die Fragen eures neugierigen Schatzes, als dass es ein Pädophiler im Internet macht.

Wie ihr euer Kind in der realen Welt vor Sexualstraftätern schützen könnt und welche Anzeichen auf einen sexuellen Missbrauch hindeuten, erfahrt ihr in diesem Ratgeberbeitrag “Pädophilie und Kindesmissbrauch”

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Wir wünschen eurem Kind eine unbeschwerte Kindheit und euch stets eine schützende Hand.

Euer Team von babymarkt.de