Baby-Fußabdruck auf Geburtsurkunde

Geburtsurkunde – Das müsst ihr wissen

Euer kleiner Liebling hat das Licht der Welt erblickt und versüßt euer Leben seit der ersten Sekunde seiner Geburt. Ihr wisst, dass ein ganz besonderer Mensch zur Welt gekommen ist – doch wissen das auch andere schon? Über eine Geburtsurkunde zeigt ihr offiziell, dass euer kleiner Liebling als neuer Erdenbürger zu verzeichnen ist. Leider ist diese Urkunde mit einigen Formalitäten verbunden, über die wir euch in diesem Beitrag aufklären wollen. Dabei werden wir unter anderem die Fragen beantworten, wo ihr die Geburtsurkunde bekommt, wer sie beglaubigt und wie viel die Beantragung kostet.

Wo kann man die Geburtsurkunde beantragen?

Das Standesamt des Geburtsortes eures Kindes stellt die Geburtsurkunde, oder – bürokratisch ausgedrückt – die Abschrift aus dem Geburtsregister, aus. Bis 1876 waren es in Deutschland die Kirchen, die das Dokument erstellt haben, ab dann ging die Zuständigkeit auf staatliche Behörden, so das Standesamt, über. Ihr könnt dem Standesamt über einen formlosen Brief oder eine Mail mitteilen, dass ihr eine Geburtsurkunde erhalten möchtet, oder euch persönlich vorstellen.

  • Tipp

    Ihr könnt die Ausstellung der Geburtsurkunde auch online beantragen. Manche Internetseiten der Standesämter bieten diesen Service mit einem vorgefertigten Formular an, das ihr nur noch ausfüllen müsst. Auch unabhängige, nicht behördliche Seiten ermöglichen euch, bequem und einfach online die Urkunde anzufordern. Achtet aber darauf, dass bei diesen Portalen die Kosten höher als beim Standesamt ausfallen können.

Jetzt wird’s aber Zeit!

Nach der Geburt eures kleinen Lieblings habt ihr eine Woche Zeit, die Urkunde anzufordern. Entweder übernimmt dies eines der Elternteile des Kindes, sofern hier die Sorgeberechtigung vorliegt. Oder aber die Hebammen, Ärzte oder Familienangehörige, die bei der Geburt dabei waren, geben gegenüber dem Standesamt die glückliche Botschaft bekannt. Krankenhäuser, Kliniken oder andere Einrichtungen, in denen Kinder zur Welt gebracht werden, sind zur Anzeige der Geburt ohnehin verpflichtet. Nach nur wenigen Tagen erhaltet ihr meist die Urkunde.

Wie viel kostet eine Geburtsurkunde?

Die Kosten einer Geburtsurkunde können von Bundesland zu Bundeslang variieren, belaufen sich aber in der Regel auf eine geringe Summe von etwa 10€. Jede weitere Urkunde, so auch eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde, kostet um die 5€. Dies sind die Beiträge, die auf euch zukommen, wenn ihr direkt beim Standesamt nachfragt. Unabhängige Anbieter kassieren zusätzliche, eigene Prämien.

Was braucht man für die Geburtsurkunde?

  • Geburtsanzeige aus dem Krankenhaus

  • Eheurkunde oder beglaubigtes Dokument aus dem Eheregister bei Eheschließung in Deutschland, bei einer Heirat im Ausland muss die originale sowie eine übersetze Heiratsurkunde vorliegen

  • Gleiches gilt für die eigenen Geburtsurkunden

  • Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis

  • Bei einem schriftlichen Antrag benötigt ihr eine beglaubigte Kopie der Identitätsausweise

Wer beglaubigt Kopien der Geburtsurkunde?

Wenn ihr eine Kopie benötigt, könnt ihr die Beglaubigung durch einen Notar vornehmen lassen, den es in jeder Stadt gibt. Doch in den Stadtämtern finden sich ebenfalls berechtigte Beamte, die euch das Dokument beglaubigen.

Und wo steckt die Original Geburtsurkunde?

Eine Geburtsurkunde wird aus dem Geburtsregister erstellt, das die Standesämter führen und bei diesen ganze 110 Jahren verweilt, sodass ihr während dieser Zeit hier immer wieder eine neue Abschrift der Urkunde beantragen könnt.

  • Falls ihr selber verhindert seid, kann auch eine andere berechtigte Person die Bescheinigung abholen. Hierzu gehören Kinder, Eltern oder Großeltern. Genaue Regelungen findet ihr auf der Internetseite eures Standesamtes.

Wer hat das Recht auf eine Geburtsurkunde?

Zunächst kann jeder deutsche Staatsbürger eine Geburtsurkunde bekommen und diese auch immer wieder neu anfordern. Darüber hinaus ist es Ehe- oder Lebenspartnern und Vor- und Nachfahren möglich, das Dokument zu bekommen. Dritte Personen können nur dann die Urkunde erhalten, wenn sie gegenüber dem Standesamt ein begründetes Interesse darlegen können.

Was steht in der Geburtsurkunde?

  • Name des Standesamtes

  • Laufende Nummer des Geburtseintrags sowie das Jahr der Geburt

  • Der/die Vorname/n des Kindes

    Sofern ihr noch nicht direkt bei der Geburt wisst, welchen Namen euer kleiner Schatz tragen soll, habt ihr noch einen weiteren Monat Zeit euch Gedanken zu machen. Anschließend müsst ihr den Namen beim Standesamt angeben. Hier wird darüber entschieden, ob der von euch gewählte Name annehmbar ist.

  • Der Geburtsname des Kindes

    Hier ist der Nachname eures süßen Nachwuchses gemeint. Sofern Mama und Papa verheiratet sind und denselben Namen haben, kriegt der kleine Schatz diesen ebenfalls. Wenn nur ein Elternteil sorgeberechtigt ist, wird das Kind dessen Nachnamen annehmen, ansonsten muss beim Standesamt ein entsprechender Antrag gestellt werden.

  • Das Geschlecht des Kindes

  • Das Geburtsdatum des Kindes

  • Der Geburtsort des Kindes

  • Vor- und Familiennamen der Eltern

  • Religionszugehörigkeit des Kindes und Eltern

  • Den Ort des ausstellenden Standesamts

  • Das Datum der Ausstellung der Geburtsurkunde

  • Das Siegel des Standesamtes

  • Namen und Unterschrift des Standesbeamten, der die Beurkundung vornimmt

Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch die sogenannte kleine Geburtsurkunde ausstellen lassen, bei der Aufführungen zum Geschlecht oder der Religion fehlen.

In dem traurigen Fall, dass ein Kind tot zur Welt kommt, kann dennoch eine Geburtsurkunde erstellt werden, in der auf Wunsch auch der Name eingetragen wird. So haben die Eltern zumindest noch ein kleines Andenken an den kleinen Liebling.

Wann brauche ich eine Geburtsurkunde?

Zu verschiedensten Zwecken wird das Dokument über die Geburt eures kleinen Schatzes benötigt. Bei einem Antrag auf Kinder- oder Elterngeld, für die Mutterschaftshilfe, bei der Taufe, bei der Schulanmeldung, zur Eheschließung, dem Rentenantrag oder bei der erstmaligen Beantragung des Reisepasses braucht ihr die Geburtsurkunde.

Ich finde meine Geburtsurkunde nicht mehr!

Macht euch keine Sorgen, wenn ihr die Geburtsurkunde verloren habt. Für Standesämter gehört das neue Ausstellen einer Geburtsurkunde vermutlich zum täglich Brot, zumal ihr eh für andere Zwecke immer mal wieder ein neues Exemplar benötigt. Somit ist es zunächst irrelevant, ob ihr eure Geburtsurkunde verloren habt oder einfach nur eine Kopie benötigt – so oder so kommen dieselben Kosten wie oben aufgeführt auf euch zu.

Was ist der Unterschied zwischen einer Geburtsurkunde und einer Abstammungsurkunde?

Die Abstammungsurkunde gibt es in dieser Form seit Beginn des Jahres 2009 nicht mehr. Anders als in der Geburtsurkunde wurde hier vermerkt, wer die leiblichen Eltern des Kindes sind.

Was ist eine internationale Geburtsurkunde?

Falls ihr die Geburtsurkunde im Ausland benötigt, gibt es auch mehrsprachige Formulare, die außerhalb Deutschlands anerkannt werden.

Bei ausländischen Eltern

Die Mitarbeiter des Standesamtes überprüfen, ob dem Kind eine deutsche Staatsangehörigkeit zuteilwerden soll, wenn die Eltern selber keine Deutschen sind. Seit Beginn des Jahres 2000 herrscht die Regelung vor, dass mindestens ein Elternteil bis zur Geburt des kleinen Schatzes 8 Jahre in Deutschland gelebt haben muss und unbefristet aufenthaltsberechtigt ist. Zusammen mit der deutschen Staatsangehörigkeit kann das Kind auch die Angehörigkeit der ausländischen Eltern übernehmen, muss sich aber, nachdem es volljährig ist, für eine Landeszugehörigkeit entscheiden.

Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Beantragung der Geburtsurkunde und eine tolle Zeit mit eurem kleinen Liebling.

Euer Team von babymarkt.de

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